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BMI-Rechner: Body-Mass-Index berechnen und richtig einordnen

Der Body-Mass-Index ist die Kennzahl, mit der jede Beurteilung von Übergewicht beginnt. Er ist einfach zu berechnen, aber leichter falsch zu deuten, als viele denken.

Lesezeit etwa 5 Minuten · Zuletzt geprüft: 2026-08-14

Küche mit frischem Gemüse auf der Arbeitsfläche

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Wie der BMI berechnet wird

Die Formel ist denkbar einfach: Das Körpergewicht in Kilogramm wird durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat geteilt. Eine Person mit 90 Kilogramm und 1,75 Metern Größe kommt so auf einen BMI von etwa 29,4.

Der Wert wurde ursprünglich nicht für die Medizin entwickelt, sondern im 19. Jahrhundert von einem belgischen Statistiker, der Bevölkerungsdurchschnitte beschreiben wollte. Dass er heute die Grundlage medizinischer Entscheidungen bildet, liegt vor allem daran, dass er ohne Aufwand erhebbar ist und sich in großen Studien als brauchbarer Näherungswert für gesundheitliche Risiken erwiesen hat.

Die Einteilung der Weltgesundheitsorganisation

Bereich Einordnung
unter 18,5 Untergewicht
18,5 bis 24,9 Normalgewicht
25,0 bis 29,9 Übergewicht (Präadipositas)
30,0 bis 34,9 Adipositas Grad I
35,0 bis 39,9 Adipositas Grad II
ab 40,0 Adipositas Grad III
Die BMI-Bereiche im Überblick
unter 18,5 Unter­gewicht 18,5 – 25 Normal­gewicht 25 – 30 Über­gewicht 30 – 35 Adipositas I 35 – 40 Adipositas II ab 40 Adipositas III ab 27 nur mit Begleiterkrankung ab 30 grundsätzlich zugelassen

Einteilung nach der Weltgesundheitsorganisation. Die gestrichelten Linien markieren die Bereiche, ab denen die zugelassenen Wirkstoffe angewendet werden dürfen – die Entscheidung trifft immer eine Ärztin oder ein Arzt.

Diese Grenzen sind keine Naturkonstanten, sondern statistische Festlegungen. Sie beschreiben, ab welchen Werten in großen Untersuchungen gesundheitliche Risiken messbar zunehmen – nicht, ab wann ein einzelner Mensch krank ist.

Was der BMI nicht kann

Er unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse. Er sagt nichts darüber, wo im Körper das Fett sitzt – und genau das ist medizinisch entscheidend, weil Fett im Bauchraum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes deutlich stärker beeinflusst als Fett an Hüften und Oberschenkeln. Und er berücksichtigt weder Alter noch Geschlecht noch Körperbau.

Deshalb ist ein einzelner BMI-Wert nie eine Diagnose. In der ärztlichen Praxis kommen immer weitere Untersuchungen dazu: der Taillenumfang, der Blutdruck, Blutzucker- und Blutfettwerte, oft auch die Schilddrüsen- und Leberwerte. Erst dieses Gesamtbild erlaubt eine Einschätzung, ob und welche Behandlung sinnvoll ist.

Wenn Ihr Wert erhöht ist

Ein erhöhter BMI bedeutet zunächst nur eines: Es lohnt sich, genauer hinzusehen. Der sinnvollste erste Schritt ist ein Termin in der Hausarztpraxis. Dort lässt sich klären, ob Begleiterkrankungen vorliegen, ob eine behandelbare Ursache dahintersteckt – etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Medikamente, die Gewichtszunahme begünstigen – und welche Behandlungswege infrage kommen.

Die medizinischen Leitlinien sehen dabei immer ein Basisprogramm aus Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und Verhaltensänderung vor. Eine medikamentöse Behandlung kann Teil eines solchen Konzepts sein, ist aber kein Ersatz dafür. Mehr dazu unter Voraussetzungen.

Häufige Fragen

Ab welchem BMI kommen Abnehmmedikamente überhaupt infrage?

Die in Deutschland zugelassenen Wirkstoffe zur Gewichtsreduktion sind für Erwachsene mit einem BMI ab 30 vorgesehen, oder ab einem BMI von 27, wenn zusätzlich eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung besteht – etwa Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes oder eine Schlafapnoe. Die Entscheidung trifft immer eine Ärztin oder ein Arzt nach persönlicher Beurteilung.

Warum ist der BMI bei Sportlern oft irreführend?

Muskelgewebe ist schwerer als Fettgewebe. Wer viel Muskelmasse hat, kann einen BMI im Bereich von Übergewicht erreichen, ohne einen erhöhten Körperfettanteil zu haben. Umgekehrt kann jemand mit wenig Muskelmasse trotz normalem BMI einen ungünstig hohen Fettanteil haben.

Welcher Wert ist aussagekräftiger als der BMI?

In der Praxis wird der BMI meist mit dem Taillenumfang kombiniert, weil Bauchfett gesundheitlich besonders relevant ist. Als Orientierung gelten Werte ab etwa 88 Zentimetern bei Frauen und 102 Zentimetern bei Männern als deutlich erhöht. Dazu kommen Blutdruck, Blutzucker- und Blutfettwerte.

Gilt der BMI auch für Kinder und ältere Menschen?

Nein, nicht in dieser Form. Bei Kindern und Jugendlichen werden alters- und geschlechtsspezifische Wachstumskurven verwendet. Bei älteren Menschen gelten etwas höhere Werte als unbedenklich. Dieser Rechner ist für Erwachsene gedacht.

Quellen und weiterführende Informationen